Let´s talk about shamanism
- Katrin

- 25. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Das schamanische Weltbild baut darauf auf, dass es unterschiedliche Welten gibt, die sich durchdringen und in Beziehung zueinander stehen. Die Welt, in der wir leben ist nur eine davon.
In den meisten schamanischen Kosmologien sind diese Welten miteinander verbunden, häufig durch einen Baum, an dem diese Welten verortet sind oder durch eine andere Achse.
Die Aufgabe von Schaman*innen ist es, Kenntnis zu erlangen von der Topographie dieser Welten und willentlich zwischen diesen hin- und herzureisen und zu vermitteln. Aber auch, Kraft von einer in die andere zu transportieren. (Es ist nicht zwingend nötig, sich in allen bestens auszukennen, aber Schaman*innen sollten schon wissen, was sie tun und mit wem sie zusammenarbeiten.) Kraft und die Kenntnis vom Zusammenspiel von Kräften ist eines der zentralen Elemente im Schamanismus, so wie ich ihn verstehe.
Alles andere, was wir gerne als Aufgaben von Schaman*innen sehen ist individuelle Ausprägung. Ob eine*r heilt oder schadet, ob eine*r sich vornehmlich um die Übermittlung von Wissen/Weisheit kümmert oder darum, die Balance zwischen den Welten zu hüten, Schöpfung zu träumen und zu bezeugen, Tiere zu rufen oder Kraft durch Kunst in die Welt zu bringen etc. ist eine Sache des individuellen Weges, der persönlichen Talente und auch dessen, was die Geister, mit denen zusammengearbeitet wird können oder wollen.
Im Westen beschränken wir uns oft auf das Bild der heilenden Schaman*innen. Das ist aber schon eine spezielle Ausprägung, eine spezielle Richtung. Nun kann man schamanische Zugänge und kursierende Methoden teilweise einfach für den Hausgebrauch nutzen, um sich selbst gut rückzuverbinden mit den Spirits, mit der Natur, mit dem eigenen Weg. Nicht jede Person, die schamanische Zugänge nutzt, muss zwangsläufig Schaman*in werden – ja wichtiger noch: nicht jede Person, die schamanische Methoden benutzt IST Schaman*in.
Aber dennoch sollte man über solide Kenntnisse verfügen, was man da eigentlich tut, denn wir wachsen nicht in einer tradierten schamanischen Gesellschaft auf, in der schamanistisch geprägte Handlungen für den Hausgebrauch von Kindesbeinen an erlebt und erlernt werden.
Inzwischen kursiert so vieles über Schamanismus – und es kursieren auch so viele Schamanismen – dass es manchmal schwer ist zu unterscheiden, was denn nun eigentlich Hand und Fuß hat und wo ich besser die Finger davon lassen sollte.
Da wir nicht in einer tradierten schamanistischen Gesellschaft aufwachsen, gibt es eben nicht die eine klare Kosmologie an der wir uns orientieren können, sondern wir müssen die eigene, für uns stimmige herausfinden. Das ist einerseits schade, denn in jahrhunderte- bis jahrtausendelang transportierten Geschichten und Ritualen liegt enorm viel Kraft, andererseits gibt es uns auch die Freiheit, das ganz eigene zu erforschen und zu entdecken.
Dafür benötigt es aber einen sauberen Kompass und Seismographen, die uns anzeigen, ob wir uns auf einem stimmigen guten Weg befinden. Gerade auch, weil wir hierzulande keine Lehrer-Schüler-Kultur haben und es selten ist, das Menschen über Jahre hinweg bei ein und der selben Person lernen.
Daher empfehle ich sehr warm, einen Basiskurs in Core-Shamanism nach Michael Harner für den Einstieg.Warum?
Weil Euch dieser das Handwerkszeug an die Hand gibt, selbständig schamanisch zu Reisen und Euch in der Anderswelt zu orientieren, ohne gleich ein ganzes religiöses oder kosmologisches Konzept zu vermitteln. Das gibt Euch die Freiheit, zunächst einen ersten Einblick in die Topographie der Anderswelt zu erhalten und Kontakte zu knüpfen mit vertrauenswürdigen Verbündeten.
Gemeinsam mit diesen könnt Ihr dann herausfinden, was für Euch der richtige Weg ist.
Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter*innen, entweder jene, die an die Foundation for Shamanic Studies angebunden sind oder solche wie ich, die frei arbeiten, aber die Methode des Core Shamanism lehren, um nicht sofort ein vorgefertigtes Weltbild mitzugeben.
Die Menschen in unserer Kultur haben so viel Käse im Kopf, wie die Welt sei und zu sein habe, wie sie selbst zu sein hätten, dass es hilfreich ist, sich erst mal frei von Konzepten zu machen, um sich selbst zu spüren. Eine gute Grundvoraussetzung, die eigene Wahrnehmung zu erforschen. Schamanisches Handwerkszeug einsetzen zu können hat sehr viel mit den Zugängen zur eigenen Wahrnehmung zu tun! Daher geht es erst einmal darum, diese zu schulen, anzuerkennen und für sich selbst deuten zu können.
Der nächste Basiskurs, in dem ich Dir zeige, wie das gehen kann findet übrigens am 6./7. Juni in Freiburg statt. Der Frühbucherrabatt geht noch bis einschließlich 1. Mai!

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